Rezidivierende depressive Störung

ICD-10-Code
F33

Eine schwere Zeit schien überstanden, und nun wird es wieder dunkler. Wenn eine Depression zurückkehrt, kann das neben Erschöpfung auch Enttäuschung oder Angst auslösen. Vielleicht fragst Du Dich, ob alles bisher Erreichte verloren ist. Eine erneute depressive Phase bedeutet nicht, dass Deine Anstrengungen umsonst waren.

Wenn sich depressive Phasen wiederholen

Bei einer rezidivierenden depressiven Störung treten depressive Episoden wiederholt auf. Dazwischen kann es Zeiten geben, in denen Beschwerden deutlich nachlassen oder ganz verschwinden. Wie lang und wie belastend die einzelnen Phasen sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Es kann hilfreich sein, gemeinsam mit behandelnden Fachpersonen auf den bisherigen Verlauf zu schauen: Was hat Dir in früheren Phasen geholfen? Welche Veränderungen hast Du vor einer Verschlechterung bemerkt? Dabei geht es um Orientierung, nicht darum, Dir Verantwortung für die Erkrankung zuzuschieben.

Vorsorge darf individuell sein

Ein persönlicher Plan kann festhalten, an wen Du Dich bei ersten Warnzeichen wendest und welche Unterstützung im Alltag verfügbar ist. Auch in einer stabileren Zeit kann die weitere Behandlung wichtig sein. Änderungen an verordneten Medikamenten gehören in ärztliche Begleitung.

Du musst eine neue Phase nicht mit einer früheren vergleichen. Was Du jetzt brauchst, darf neu angeschaut und gemeinsam abgestimmt werden.

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Diese Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine persönliche medizinische oder psychotherapeutische Abklärung.

ICD-10-Einordnung

Hierbei handelt es sich um eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden (F32.-) charakterisiert ist. In der Anamnese finden sich dabei keine unabhängigen Episoden mit gehobener Stimmung und vermehrtem Antrieb (Manie). Kurze Episoden von leicht gehobener Stimmung und Überaktivität (Hypomanie) können allerdings unmittelbar nach einer depressiven Episode, manchmal durch eine antidepressive Behandlung mitbedingt, aufgetreten sein. Die schwereren Formen der rezidivierenden depressiven Störung (F33.2 und .3) haben viel mit den früheren Konzepten der manisch-depressiven Krankheit, der Melancholie, der vitalen Depression und der endogenen Depression gemeinsam. Die erste Episode kann in jedem Alter zwischen Kindheit und Senium auftreten, der Beginn kann akut oder schleichend sein, die Dauer reicht von wenigen Wochen bis zu vielen Monaten. Das Risiko, dass ein Patient mit rezidivierender depressiver Störung eine manische Episode entwickelt, wird niemals vollständig aufgehoben, gleichgültig, wie viele depressive Episoden aufgetreten sind. Bei Auftreten einer manischen Episode ist die Diagnose in bipolare affektive Störung zu ändern (F31.-).

Weitere Unterdiagnosen